{"id":84,"date":"2015-08-16T15:49:39","date_gmt":"2015-08-16T13:49:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.erstewienerklavierschule.com\/archiv\/ewks_wp\/?page_id=84"},"modified":"2015-10-21T12:44:17","modified_gmt":"2015-10-21T10:44:17","slug":"lesungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.erstewienerklavierschule.com\/archiv\/veranstaltungen\/lesungen\/","title":{"rendered":"Lesungen"},"content":{"rendered":"<p>Informationen zu Lesungen<\/p>\n<p>Am Sonntag den 18.10.2015 findet um 11 Uhr in der Kirche Alt St-Ulrich eine Ausstellungser\u00f6ffnung statt. Zu diesem Anlass behandeln K\u00fcnstler aus verschiedenen Bereichen das Thema &#8222;&#8230;.was bleibt&#8230;.&#8220;<br \/>\nHier ist der Beitrag des Pianisten Alphonse Sauer:<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;.Was bleibt&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p><strong>Es gibt viele Deutungsans\u00e4tze zum Thema<\/strong><\/p>\n<p>Als ich zum ersten Mal mit dem Thema &#8230;.was bleibt&#8230;. konfrontiert wurde, hatte ich zun\u00e4chst keine Zweifel, da\u00df damit die Problematik des Sterbens gemeint war.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich hofft fast jeder, da\u00df etwas bleibt, wenn man mal nicht mehr ist. Viele tr\u00f6sten sich damit, da\u00df es die eigenen Kinder sein m\u00f6gen, die die Staffel der eigenen Gene weitertragen.<\/p>\n<p>K\u00fcnstler hoffen vielleicht das ein oder andere Werk zu erschaffen, das m\u00f6glichst lange nach dem eigenen Ableben noch Aufmerksamkeit findet.<\/p>\n<p>Alle Weltreligionen versuchen zu tr\u00f6sten, da\u00df es ein Leben nach dem Leben gibt.<\/p>\n<p>Aber was ist mit denen, die keine Kinder haben, areligi\u00f6s sind und auch keine Kunstwerke erschaffen k\u00f6nnen? Hier mag eventuell die Physik tr\u00f6sten in der Erkenntnis, da\u00df Energie nur umgewandelt und nicht vernichtet werden kann.<\/p>\n<p>Beim zweiten Nachdenken \u00fcber das Thema \u201e&#8230;.was bleibt&#8230;.\u201c kam mir die Idee \u00fcber das Erinnern, das Vergessen und \u00fcber das Lernen im Allgemeinen und das Erlernen eines Musikinstrumentes im besonderen in den Sinn.  Hier bin ich also in meinem Metier gelandet.<\/p>\n<p>Als k\u00fcnstlerischer Leiter der Ersten Wiener Klavierschule, die dieses Jahr in Frechen K\u00f6nigsdorf er\u00f6ffnet wurde, erinnere ich mich besonders gerne an die damals in Wien vielleicht besten Lehrer der Welt, die ich genie\u00dfen durfte und die eines gemeinsam hatten: sie starteten beim Studium der Meisterwerke immer aus der Hubschrauberperspektive um sich dann mit der Zeit langsam dem Erdboden zu n\u00e4hern, der in diesem Falle die akustische Realit\u00e4t abblildet.<\/p>\n<p>Wir sprechen also von der Interpretationskunst der Musik alter Meister.<\/p>\n<p>Wenn das Ziel klar ist, werden die Mittel auch klar sein.<\/p>\n<p>Je n\u00e4her der K\u00fcnstler dem Konzert ist, desto intensiver wird er am Detail arbeiten bis schlie\u00dflich jeder Takt aus m\u00f6glichst allen unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wurde.  Das hilft dann beim Konzert den roten Faden zu behalten (einfach weil man so viel zu tun hat!) ohne den Blick auf das Wesentliche zu verlieren.<br \/>\nDenn es gibt nur eine Chance f\u00fcr den ersten Eindruck, wenn man neu ein Werk einstudiert, und der ist durch die Hubschrauberperspektive die Einbettung des Werkes als Ganzes in den historischen und individuellen Hintergrund des Meisters.<\/p>\n<p>Idealerweise steht am Ende das Loslassen um Eins zu werden mit der Energie des Universums. Voraussetzung daf\u00fcr ist, da\u00df die ganze Arbeit vorher in Perfektion abgeschlossen wurde.<\/p>\n<p>Erst dann hat man die Chance eine Gnade zu erfahren, die sich so \u00e4u\u00dfert, da\u00df man das Gef\u00fchl hat nicht selber zu spielen, sondern gespielt zu werden. Wenn \u00fcberhaupt, dann geschieht dies nur sehr selten im Leben. Und hat man es einmal erlebt, dann ist man danach hochgradig s\u00fcchtig und will es wieder erleben. F\u00fcr mich ist es Teil meiner  Motivation zur Arbeit.<\/p>\n<p>Und so sind die 3 Stufen der Meisterschaft:<\/p>\n<p>1. Problem erkennen<br \/>\n2. L\u00f6sung finden<br \/>\n3. L\u00f6sung automatisieren<\/p>\n<p>Soweit zum Thema \u201eErlernen\u201c .<\/p>\n<p><strong>Untersuchen wir  \u201eErinnern\u201c und \u201eVergessen\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Das eine ist positiv, das andere negativ besetzt. Dabei ist beides so wichtig f\u00fcr die Entwicklung. Vergessen kann man nichts was man erlebt oder erlernt hat. Es wird nur woanders abgespeichert, wo es nicht spontan verf\u00fcgbar und abrufbar ist. Also ist das was wir als Vergessen empfinden, nicht vergessen, sondern archiviert und kommt wieder hervor, wenn wir genug danach kramen. F\u00fcr den Interpreten, der ein Werk neu einstudieren will ist es geradezu ein Segen sich nicht spontan an alte Versionen samt seiner Fehler zu erinnern. Man wei\u00df zwar \u201eWas\u201c kommt, aber das \u201eWie\u201c erf\u00e4hrt fast immer eine neue Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die positiv besetzte \u201eErinnerung\u201c birgt hingegen sogar eine gro\u00dfe Gefahr, n\u00e4mlich die Versuchung festzuhalten was man erlent hat. Erinnern an sich ist kein Qualit\u00e4tskriterium! Man verwendet es gewisserma\u00dfen als Modulationsmasse. Wir \u00fcben also nicht um etwas zu fixieren, sondern um flexibel genug zu sein f\u00fcr den sch\u00f6pferischen Augenblick, etwa wie selbst der beste Fussballspieler kein Tor garantieren kann, sondern nur durch intensives Training die Wahrscheinlichkeit dazu erh\u00f6hen kann.<\/p>\n<p>Das war also in K\u00fcrze ein Nachdenken \u00fcber Erinnern, Vergessen und &#8230;.was bleibt&#8230;..oder was soll bleiben bei der professionellen Erarbeitung eines musikalischen Meisterwerkes zB auf dem Klavier.<\/p>\n<p><strong>Lassen Sie mich bitte zum Schluss noch darauf eingehen wie in Wien die Anf\u00e4nger an ein Instrument herangef\u00fchrt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Egal ob jung oder alt, eines ist gemeinsam: den intensivsten Eindruck f\u00fcr das Gehirn macht die Emotion. So lasse ich die Sch\u00fcler von der ersten Klavierstunde an verschiedene Ausdrucksweisen darstellen. Zwar immer mit denselben Noten, h\u00f6chstens noch mit beiden H\u00e4nden, weil sie ja noch nicht viel spielen k\u00f6nnen, aber sie werden dadurch besser verstehen zu was Musik in der Lage ist, n\u00e4mlich eine nonverbale Kommunikationsebene zu sein in der man Gef\u00fchle \u00fcbermitteln kann.<\/p>\n<p>\u201eWie soll das gehen\u201c werden Sie sich vielleicht fragen? Als mich Herr Dr. S\u00fctterlin mit seiner Gattin im Kammermusiksaal der Ersten Wiener Klavierschule besuchte, hatte er mir genau diese Frage gestellt. Ich machte ihm vor was ich meinte und es war sein Wunsch es Ihnen heute genauso zu demonstrieren.<\/p>\n<p>Vorher will ich aber noch erl\u00e4utern, da\u00df die technischen Details quasi im Vorbeigehen mitgenommen werden, also die Noten, die Fingers\u00e4tze, die Notenwerte, die Schl\u00fcssel, die Artikulation, die Dynamik etc. Es ist wichtig diese Dinge nicht als Hauptsachen zu begreifen. Sie sind quasi nur die Stra\u00dfe auf der wir fahren und werden nat\u00fcrlich korrigiert, wenn sie nicht korrekt wiedergegeben werden, allerdings darf oder sollte sich der Sch\u00fcler nicht allzusehr darauf focussieren. Viel wichtiger sollte ihm der Ausdruck sein.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"&quot;was bleibt&quot;\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PJnQshvvQsE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.erstewienerklavierschule.com\/archiv\/ewks_wp\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Diebsbande.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.erstewienerklavierschule.com\/archiv\/ewks_wp\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Diebsbande-300x176.jpg\" alt=\"Diebsbande\" width=\"300\" height=\"176\" class=\"alignnone size-medium wp-image-508\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Schon wieder sind die Youtube-Diebe auf Beutejagd<\/em>.  <em>Nahezu jedes Video von mir wird erstmal &#8222;beschlagnahmt&#8220; und als Urheberrechtsverletzung angemahnt. Findige und windige Schlaumeier wollen sich auf Kosten anderer bereichern.<\/em> <\/p>\n<p>Die T\u00e4nzerin und Choreographin <a href=\"http:\/\/petra-vetter-tanz.de\/home\/tanzprojekte\/#!\/lonely-day-erinnern-einer-choreografie\"><strong>Petra Vetter<\/strong><\/a> \u00fcber das K\u00f6rperged\u00e4chtnis:<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"fKSrKqZIti\"><p><a href=\"https:\/\/petra-vetter-tanz.de\/home\/tanzprojekte\/\">Aktuelle Projekte<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Aktuelle Projekte&#8220; &#8212; Petra Vetter Tanz\" src=\"https:\/\/petra-vetter-tanz.de\/home\/tanzprojekte\/embed\/#?secret=dfvOmrORUo#?secret=fKSrKqZIti\" data-secret=\"fKSrKqZIti\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Informationen zu Lesungen Am Sonntag den 18.10.2015 findet um 11 Uhr in der Kirche Alt St-Ulrich eine Ausstellungser\u00f6ffnung statt. 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